Art Walks Provence – Mai 2026
Kunst unter provenzalischem Licht
Wer im Mai durch den Var fährt, sieht Landschaft, die noch nicht überwältigt: Korkwälder, rotes Esterel-Gestein, Lavendel kurz vor der Blüte. In dieser Landschaft haben Künstler und Sammler in den letzten dreißig Jahren etwas Ungewöhnliches aufgebaut – Skulpturengärten, Stiftungen, Freilichtmuseen, die mit der Topografie arbeiten statt gegen sie. Genau diese Orte verbinden die Art Walks Provence 2026: eine Gruppenreise für Kunstfreund:innen, Galerist:innen und Künstler:innen, die sechs Stationen zwischen Var und Mittelmeer zu einer Woche zusammenfasst – vom Skulpturenpark im Korkwald bis zur Villa auf einer faszinierend schönen Insel, und am Ende ein Dorf zwischen Kalkwänden, über dem ein goldener Stern an einer Kette hängt.
Domaine du Muy
Jean-Gabriel Mitterrand und sein Sohn Edward haben zwischen den Massifs des Maures und des Esterel einen Skulpturenpark angelegt, den der Wall Street Journal als einen der fünf schönsten der Welt bezeichnet hat. Rund 40 Werke von Carsten Höller, Yayoi Kusama, Antony Gormley und Sol LeWitt stehen im rauen Gelände – Garrigue, rotes Gestein, Pinien. Im Mai riecht es nach Rosmarin.
Château La Coste
Auf einem Weingut bei Aix-en-Provence führt ein vier Kilometer langer Pfad durch Weinberge und Olivenhaine an Arbeiten von Louise Bourgeois, Richard Serra, Andy Goldsworthy und Tracey Emin vorbei. Tadao Ando hat hier fünf Bauten realisiert, Frank Gehry einen Musikpavillon, Oscar Niemeyer ein Auditorium, Renzo Piano einen Fotopavillon. Im Mai sind neue Bronzeskulpturen von Yoshitomo Nara zu sehen.
Mouans-Sartoux
Zwei sehr unterschiedliche Orte, kaum hundert Meter voneinander entfernt. Das FAMM – Female Artists of the Mougins Museum – zeigt seit 2024 rund 100 Werke ausschließlich von Künstlerinnen: von Berthe Morisot bis Marina Abramović und Jenny Saville. Direkt daneben der Espace de l’Art Concret mit der Donation Albers-Honegger, der bedeutendsten Sammlung geometrisch-abstrakter Kunst in Frankreich – über 700 Werke von Max Bill bis François Morellet, in einem Neubau von Gigon/Guyer und dem Château de Mouans aus dem 16. Jahrhundert.
Fondation Venet, Le Muy
Bernar Venets Privatgelände – ein altes Mühlenanwesen im Var – versammelt den inneren Zirkel der amerikanischen Minimal Art: Judd, LeWitt, Flavin, Turrell, Stella. Venets eigene Corten-Stahlbögen, manche 20 Meter hoch, stehen im Park. Besuch nur nach Voranmeldung.
Villa Carmignac, Île de Porquerolles
Fünfzehn Minuten Fähre von Hyères, dann eine autofreie Insel im Nationalpark Port-Cros. Die Fondation Carmignac zeigt 2026 *Sea, Pop & Sun* – rund 80 Werke von Warhol, Lichtenstein, Judy Chicago und Olafur Eliasson, kuratiert von Dieter Buchhart. Die Villa wird barfuß betreten.
Nach einer Woche zwischen Skulptur, Beton, Stahl und Meeresluft endet die Reise in Moustiers-Sainte-Marie. Ein Dorf zwischen zwei Kalkwänden, enge Gassen, Fayence-Ateliers, eine romanische Kapelle hoch oben am Fels – und über allem der goldene Stern an seiner Kette. Man staunt, dass dieser Ort existiert. Man staunt noch mehr, dass er so gut zum Rest der Woche passt.
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*Art Walks Provence, Mai 2026 – eine Gruppenreise für Kunstfreund:innen, Galerist:innen und Künstler:innen*






