Q4/25 - Irritationen am laufenen Band!

Je später das Jahr, desto intensiver wird die Kunst.Während es im Alpenraum ruhiger wird und die Menschen sich wieder stärker ins Innere zurückziehen, erwachen entlang der Städte am Alpenbogen neue Energien. Die Museen öffnen mit Winterausstellungen, Galerien werden zu Treffpunkten, und Lichtkunst, Musik und Performance verwandeln die Dunkelheit in Bühne. Art Alps Review ist unterwegs – zwischen Tälern und Städten, zwischen Bergen und Sälen – und berichtet von einigen ungewöhnlichen, ja irritierenden Ausstellungen. 

Ödipus Tyrann: ein Erlebnis!

 

Wouh, was für ein Theater! Der klassische Stoff „Ödipus Tyrann“ von Sophokles ist im Heute angekommen – eindringlich, mutig und voller Energie. Ewig-menschliche Themen wie Schuld, Macht und Erkenntnis entfalten sich im Spannungsfeld zwischen Antike und Jetzt. Spannend inszeniert, mit Einbeziehung des gesamten Theatersaals, entsteht ein intensives Wechselspiel zwischen Bühne und Publikum.

Die Zeit vergeht wie im Flug mit den beiden Schauspielerinnen Patrycia Ziolkowska und Alicia Aumüller, die alle Rollen und Perspektiven der Tragödie durchdringen. Mit starker Präsenz, feiner Körperarbeit und präzisem Timing tragen sie die Spannung und Emotionalität dieser Aufführung. Besonders hervorzuheben ist Patrycia Ziolkowska, die Ödipus mit einer Mischung aus Kraft, Verletzlichkeit und kluger Selbstbefragung verkörpert.

Das Bühnenbild ist reduziert und zugleich wirkungsvoll – eine offene Spielfläche, die sich flexibel mit Licht und Bewegung verändert und so den inneren Kampf der Figuren sichtbar macht.

Die Inszenierung von Nicolas Stemann führt mit einer modernen, zugleich ironischen und intensiven Interpretation durch die Tragödie und setzt dabei auf szenische Lebendigkeit, vielschichtige Figurenzeichnung und überraschende dramaturgische Akzente.

Ein Abend, der zeigt, dass antikes Drama nichts von seiner Intensität verloren hat – lebendig, aktuell und absolut sehenswert.

Ort: Volkstheater, Wien
Laufzeit: Premiere 14. November 2025, 
weitere Termine 17.11., 29.11., 5.12.2025 jeweils 19:30 Uhr
Link: Volkstheater Wien

 

//report: ceha
   tags: Wien, Volkstheater, Theater, Klassik, Wien
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Steve Mc Queen im Schaulager Basel - Immersion als Instrument

Steve McQueens Installation im Schaulager Basel verwandelt Sound und Licht in eine sinnliche Zeitreis.

Zwölf Jahre nach seiner ersten großen Einzelausstellung kehrt der britische Oscar-Preisträger mit einer radikal immateriellen Arbeit ins Schaulager Basel zurück, die das Gebäude selbst zum Kunstwerk macht.

Beim Betreten des Schaulagers verliert man die gewohnte Orientierung.1300 LED-Röhren tauchen die monumentalen Räume in einen langsamen Farbkreislauf von Rot bis Violett.

Die fünf futuristisch anmutenden Geschosse mit dem imposanten Atrium bieten ideale Bedingungen für McQueens Experiment. Das Licht durchläuft alle 30 Minuten das komplette Farbspektrum und verwandeln die Räume zu einer begehbaren Plastik.

Drei Stunden lang durchdringen „ozeanische Frequenzen" das Gebäude – ein kontinuierlicher Bass-Zyklus, improvisiert von fünf Musikern der afrikanischen Diaspora.

Die Bassfrequenzen sind überall spürbar, ohne lokalisierbar zu sein. Sie schaffen einen akustisches Klangteppich, der jeden Winkel erreicht und die Besucher in eine Trance versetzt. Gleichzeitig löst das farbige Licht die architektonischen Konturen auf.

McQueens Ansatz ist dabei alles andere als rein ästhetisch. Die Sound-Komponente referenziert auf die „Middle Passage", die traumatische transatlantische Überfahrt in die Sklaverei. „Bass" ist damit auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Schwarzen Diaspora.

„Es gibt eine Gemeinsamkeit im Bass, in der Vibration, dem Hall. Für mich war es ein Weg, eine Diaspora wieder zusammenzubringen", erklärt McQueen. Die Zusammenarbeit mit renommierten Musikern wie Marcus Miller und Meshell Ndegeocello unterstreicht die kulturhistorische Dimension.

 

Ort: Schaulager, Basel, Schweiz

Laufzeit: bis 16.11.2025
Link: schaulager.org

// report: chris
    tags: Installation, Video Art,       
    ZeitgenössischeKunst, Sound Art, Light Art, 
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Künstler/in unbekannt - KUB Ausstellung irritiert

Das Kunsthaus Bregenz fordert seine Besucher diesmal auf besondere Weise heraus. Nach den wunderbaren Quilts und Skulturen von Małgorzata Mirga-Tas folgt nun ein Experiment ohne bekannte Urheberschaft: Die Person hinter der Ausstellung bleibt bewusst anonym. Das ist bemerkenswert für ein Haus, das sich einen Ruf erarbeitet hat, internationalen Größen der Gegenwartskunst sein gesamtes Gebäude zu öffnen. 2024 waren es etwa Günter Brus, Anne Imhof, Tarek Atoui Namen, die in der Kunstwelt Gewicht haben – und die nun durch eine radikale Abkehr von der Logik prominenter Autorenschaft kontrastiert werden.

Hier geht es nicht nur um Anonymität, sondern um eine bewusste Verweigerung der Ökonomien von Autorschaft und Sichtbarkeit. In einer Zeit, in der Karrieren oft von Social-Media-Präsenz geprägt sind, stellt das Museum die Frage, ob wir Kunst anders wahrnehmen, wenn der prestigeträchtige Name fehlt, und wie sehr unsere Wahrnehmung vom Wissen um Bedeutung und Marktwert eines Künstlers beeinflusst wird.

Im dritten Obergeschoss hat sich eine merkwürdige Struktur eingenistet: ein offener, aber funktionaler Raum mit Schlafgelegenheit, Esstisch, Küchenzeile und WC. Auffällig ist, wie sich diese Installation in die Infrastruktur des Museums einklinkt. Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen verlaufen sichtbar entlang der Decke des Geschosses darunter, sodass der Eindruck entsteht, etwas Parasitäres habe sich an den Kreislauf des Gebäudes angeschlossen und nähre sich von dessen Lebensadern.

Im Erdgeschoss steht eine Kopiermaschine mit dem kompletten Bauplan der Installation bereit. Jeder darf die Pläne mitnehmen, nachbauen oder nach eigenem Ermessen verändern. Damit wird die Frage nach Originalität und geistigem Eigentum auf die Spitze getrieben – eine demokratische Geste oder deren ironische Brechung. 

Schnell kommt man ins Rätseln: Stammt das Konzept von einer künstlichen Intelligenz? Hat Direktor Thomas D. Trummer selbst eingegriffen? Das Museum schweigt; ein veröffentlichtes Vertraulichkeitsabkommen erlaubt nur die neutrale Formulierung „die Person“.n. 

Ein Besuch ohne Erwartungshaltung, ohne den schnellen Versuch eine Zuschreibung zu tätigen könnte eine ungewohnt befreiende Erfahrung sein. Empfehlung!

Ort: Kunsthaus Bregenz, Vorarlberg, AT
Laufzeit: bis 18.1.2026
Link:Kunsthaus Bregenz

// report: pedro
    tags: Installation, Bregenz, Vorarlberg, Person 
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Architekturpreis an Marina Hämmerle verliehen

Am 6.12.205 wurde in Dornbirn zum ersten Mal der Margarethe und Gunter Wratzfeld-Architekturpreis vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt Persönlichkeiten, die sich in Vorarlberg in besonderer Weise für Architektur und Baukultur engagieren.​

Preisträgerin ist die Architektin und Baukulturexpertin Marina Hämmerle aus Lustenau, deren langjähriges Wirken in Vermittlung, Publizistik, Beratung und Gremienarbeit gewürdigt wird. Sie studierte an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien und war nach ihrem Diplom 1987 zunächst freiberuflich tätig, bevor sie Präsidentin der Zentralvereinigung der Architekten Vorarlbergs (2002–2005) und Geschäftsführerin des Vorarlberger Architektur Instituts (2005–2012) wurde. Seit 2013 leitet sie in Lustenau ein Büro für baukulturelle Anliegen, wo sie als Kuratorin, Publizistin, Beraterin und Gestaltungsbeirätin wirkt, unter anderem in Gremien, bei Ausstellungen und Symposien. 

Gestiftet wurde der Preis von Architekt Gunter Wratzfeld gemeinsam mit seinem Sohn Christian Wratzfeld in Erinnerung an Margarethe Wratzfeld-Tumler. Mit ihrem Engagement setzen Vater und Sohn ein deutliches Zeichen für die Bedeutung von qualitätsvoller Architektur und einer lebendigen Baukultur in Vorarlberg.

Ort: VAI Dornbirn, Vorarlberg, AT

 // report: ceha
    tags: Baukultur, Wratzfeld, Marina Hämmerle,     
    Bregenz, Vorarlberg, Preis 
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Q3/25 - Sommerliche Kunstevents

Wenn es sommerlich wird, zieht es die Menschen zur Kunst in neue Gefilde. In Bern zeigt das Museum ALPS eindrucksvoll aktuelle Entwicklungen aus Island. Bregenz lädt ans neugestaltete Seeufer – mit Highlights wie Carmen Pfanners Ausstellung im Künstlerhaus und Malgorzata Mirga-Tas im Kunsthaus Bregenz. Beide Positionen zählen zu den stärksten Stimmen des Kultursommers in Vorarlberg. Noch alpiner wird es im Graubündener Susch: Im Muzeum Susch ist erstmals außerhalb Polens die Kunst von Jadwiga Maziarska zu sehen. Und in Mulegns wächst mit dem höchsten 3D-gedruckten Turm Europas ein visionäres Projekt zwischen Architektur und Bühne. Das Programm der Stiftung Origen ist in diesem Sommer absolut eine Reise wert. Abkühlung verspricht - so die Regenphase endet - der kleine Schwendisee vor dem Raumwunder der eben eröffneten Toggenburger Klangwelt.

Der Alpenraum zeigt im Sommer: Kunst macht keine Pause.


Carmen Pfanner „Regnis Singer“ in Bregenz

Im Herzen dieser außergewöhnlichen Ausstellung stehen inspirierende, großformatige Werke, die speziell für diesen  Anlass erschaffen wurden. Sie treten in einen kraftvollen Dialog mit einer Auswahl früherer Arbeiten und bieten damit einen faszinierenden Einblick in das beeindruckende Schaffen der Künstlerin. 

Das zentrale Werk „Regnis Singer“ ist der leuchtende Stern dieser Ausstellung, verbindet Sprache und Kunst auf eine Weise, die die Zusammenhänge von Raum, Thema und Werk auf eindringliche Art verkörpert. 

Carmen Pfanners Kunst ist eine spannende Reise, beinahe wie die Teilung einer Zelle. Jedes einzelne Werk ist Teil eines großen Ganzen, miteinander verwoben durch eine „künstlerische Nabelschnur“, die das gesamte Werk miteinander verbindet und lebendig hält. 

Die Ausstellung lädt dazu ein, das Unbekannte zu entdecken. Jeder Raum – vom Keller bis zum Dachboden im Palais Thurn und Taxis – widmet sich einem spezifischen Thema mit einem individuellen Titel, und lädt jede/n BesucherIn ein, die eigene Interpretation und Reise zu finden. 

Die Arbeiten entfalten eine eigene Sprache, die dennoch Teil eines weitaus größeren künstlerischen Kosmos bleibt und uns dazu inspiriert, über den Tellerrand hinauszuschauen.

Ein zentrales Element in Pfanners künstlerischer Praxis ist die Kombination von Materialien wie Stoff und Latex. Während Latex mit seiner hautähnlichen Haptik Objekte sanft umhüllt, verleiht die Verbindung mit Textilien den Arbeiten eine skulpturale, sinnliche Tiefe, die das Konzept lebendig werden lässt. 

Carmen Pfanners Werk entfaltet sich als organischer Kosmos, in dem die einzelnen Werke wie miteinander verbundene „Geschöpfe“ in einem ständigen Entwicklungsprozess stehen. 

Eine Sommeraustellung, die man nicht verpassen darf.  

Ort: Künstlerhaus Bregenz,Bregenz, Vorarlberg 
Laufzeit: 15.7.-31.8.2025 
Link:Stadt Bregenz

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 report: ceha
 tags: Bregenz, Onjektkunst, Vorarlberg
 image rights: Stadt Bregenz
 

 


Eindrucksvoller Tanz in alpiner Umgebung: "La Torre" / Mulegns

An einem kühlen Juliabend entfaltete sich vor der imposanten Bergkulisse des Surses ein außergewöhnliches Tanzerlebnis. Giovanni Netzer präsentierte sein Stück "La Torre", eine zeitgenössische Adaption von Calderóns "Das Leben ist ein Traum", angesiedelt in einer wohlhabenden Konditorenfamilie. 

Der dreißig Meter hohe, im 3D-Druckverfahren gefertigte weiße Turm fungiert als zentrale Bühne der Inszenierung. Auf der davor errichteten hölzernen Tribüne erlebt das Publikum, wie bei Dämmerungseinbruch Turm und das benachbarte historische Post Hotel Löwe ein stimmungsvolles Ensemble bilden.

 Netzer greift bewusst die Geschichte der Bündner Konditoren auf, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert europaweit ihr Glück suchten. Er verbindet die Figur des Jean Jegher - einem Mulegner, der nach seinem Bordeaux-Aufenthalt die Villa Bianca errichten ließ - mit der modernen Turmarchitektur. Dessen filigrane Struktur erinnert an die handwerklichen Traditionen jener Zuckerbäcker-Dynastien. 

Die Geschichte um den reichen Baron Balthasar und seine Familie gewinnt durch die nuancierte Darstellung ehemaliger Hamburger Ballett-Solisten wie Marc Jubete, Yaiza Coll, Borja Bermudez, Lizhong Wang und Yun Su Park an emotionaler Tiefe. Ergänzt wird das professionelle Ensemble durch engagierte Laien aus der Region, die der Inszenierung authentischen lokalen Charakter verleihen.

Trotz frischer Temperaturen fesselte die eineinhalbstündige Performance das Publikum. Die schneebedeckten Gipfel der Surses bildeten eine majestätische Kulisse für dieses ungewöhnliche Theatererlebnis. Die Magie dieses Abends wird sicher lange nachwirken. Der alles überragende Turm, der nach fünf Jahren wieder abgebaut werden soll, wird sicher noch manch spannende Inszenierung ermöglichen.

Ort:  Mulegns, Surses, Graubünden, CH
Laufzeit: siehe Veranstaltungskalender
LINK: Stiftung ORIGEN

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 report: pedro
 tags: Architektur, modern dance, Surses, Graubünden,
 Märchen, Turm, Origen
 image rights: Admill-Kuyler Origen

 


Museum ALPS in Bern wird zur kühlen Oase der Kunst

Mitten im heißen Sommer gibt einen Ort, der auch den Geist belebt: Das Museum ALPS in Bern ist der ideale Ort, um Kunst und Kühle zu verbinden. Zwischen den kühlen Räumen finden Besucher eine willkommene Zuflucht vor der Hitze – und eine Einladung zu einer faszinierenden Reise nach Grönland.

Grönland hautnah: Eine Welt im Wandel

Die aktuelle Ausstellung "Grönland. Alles wird anders" führt die Besucher in eine Welt der Extreme. Rasant schmelzende Eismassen treffen auf boomenden Tourismus, drei neue Flughäfen entstehen, während die Müllberge wachsen. Globale Investoren suchen nach Bodenschätzen, und ein selbstbewusstes Grönland strebt nach Unabhängigkeit.

Grönlands Wandel ist heftig, ungestüm und widersprüchlich. Doch die Ausstellung stellt die entscheidende Frage: Wie sehen das die Menschen dort?

Stimmen aus dem Eis: Ein filmisches Erlebnis

Raumgreifende Projektionen schaffen eine immersive Atmosphäre, während dreissig Interviews das Herzstück der Ausstellung bilden. Menschen, die in Grönland leben – vom Fischer über die Schauspielerin, von der Politikerin zum Flughafenmanager – teilen ihre persönliche Sicht auf ihr sich wandelndes Heimatland.

Die Ausstellung verzichtet bewusst auf Kommentare und Bewertungen – die Geschichten sprechen für sich. Der Ausklang widmet sich der lebendigen grönländischen Musikszene. Tanzen erlaubt!

"Grönland. Alles wird anders" steht für eine Welt, die auch in der Schweiz existiert und uns herausfordert. 

Das Museum ALPS in Bern beweist, dass es nicht nur ein Ort der Erholung an heissen Sommertagen ist, sondern auch ein Raum für wichtige gesellschaftliche Diskussionen.

Ort: ALPS Musueum, Bern, CH
Zeitraum: bis 31.8.2025
Link: ALPS MUSEUM


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 report: chris
 tags: Museum, Grönland, Dokumentation, Heimat, alpine  Welt, Klimawandel 
 image rights: unsplash
 


 

 

 


Tanzperformance 'Lost Voices' auf Burg Riom begeistert!

Am 31. Juli gastierte Juliano Nunes mit seinem Stück "Lost Voices" in der mittelalterlichen Burg Riom als eine der Uraufführungen beim diesjährigen Origen-Festival zum Thema Märchen. Der brasilianische, in Deutschland ansässige Choreograf tanzte gemeinsam mit den freischaffenden Tänzerinnen Ève-Marie Dalcourt, Amanda Rae Mortimore und Nicha Rodboon, während er selbst die enigmatische Figur des "keeper of lost souls" verkörperte. 

Die Aufführung in der historischen Architektur der Burg und das passende Lichtdesign bilden den passenden Rahmen für die Erzählung. In hochgeschlitzten Roben und Abendhandschuhen weckten die vier Performer*innen anfangs durch rhythmisches Klopfen auf den Brustkorb ihren Stimmklang, um dann nach hochgezählten Sequenzen in die Märchenwelt überzuwechseln.

Besonders faszinierend waren die Tanzpartner-schaften, bei denen die Tanzenden wie mit unsichtbaren Fäden verbunden zwischen Nähe und Distanz wechselten. Das Lichtdesign von Lukas Marian ergänzte die Performance wirkungsvoll und schuf in Kombination mit der Choreografie eindrucksvolle Bilder. Die mystische Atmosphäre des historischen Ortes verstärkte die emotionalen Momente der Aufführung zusätzlich. Choreografisch war "Lost Voices" stark, auch wenn sich das Stück durch die gesprochenen Textpassagen manchmal etwas in sich selbst verlor. 

Die Verbindung zwischen den Märchenmotiven und der jahrhundertealten Kulisse erwies sich dennoch als stimmige Wahl für Giovanni Netzers Origen-Festival, das mit solchen Produktionen seine Stärke darin zeigt, besondere Orte für außergewöhnliche Kunsterlebnisse zu nutzen.

Ort:  Burg Riom, Surses, Graubünden, CH
Laufzeit: siehe Veranstaltungskalender
LINK: Stiftung ORIGEN

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 report: ceha
 tags: modern dance, Musik, Origen, Märchen, Juliano 
 Nunes, Origen
 image rights: Admill-Kuyler Origen

 


Chanson trifft Bergkulisse: ZAZ begeistert beim Poolbar Festival

An einem warmen Augustabend verwandelte sich das Gelände des Poolbar Festivals in eine ganz besondere Konzertbühne. Die französische Sängerin ZAZ brachte ihre unverkennbare Stimme nach Feldkirch und sorgte für einen der emotionalsten Momente des diesjährigen Festivals.

Das altehrwürdige Hallenbad mit seiner charakteristischen Architektur bot den Hintergrund für einen Abend voller französischer Lebensart. Als die Sonne langsam hinter den Vorarlberger Bergen verschwand, füllte sich die Reichenfeldwiese mit erwartungsvollen Zuhörern, die sich auf einen besonderen musikalischen Abend freuten.

ZAZ versteht es meisterhaft, die Seele des französischen Chansons mit zeitgenössischen Elementen zu verbinden. Ihre Interpretation klassischer und eigener Lieder schlägt eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. In Feldkirch gelang es der Künstlerin, die Intimität ihrer Musik auch vor einem größeren Publikum zu bewahren – ein Talent, das nur wenige Sängerinnen besitzen.

Begleitet wurde sie von einem erstklassigen Ensemble aus Gitarre und Percussion, das ihre Songs mit warmen Klängen umrahmte. Die Musiker verstanden es, der Sängerin genügend Raum zu geben und gleichzeitig die nötige musikalische Tiefe zu schaffen. Besonders die ruhigeren Momente des Konzerts entwickelten in der besonderen Poolbar-Atmosphäre eine fast meditative Wirkung.

Obwohl das Konzert restlos ausverkauft war, herrschte die entspannte Stimmung, die das Festival seit Jahrzehnten auszeichnet. Zweieinhalb Stunden lang hielt ZAZ ihr Publikum in ihrem Bann. Die Kombination aus ihrer ausdrucksstarken Stimme und der malerischen Kulisse der Vorarlberger Landschaft schuf Momente, die lange in Erinnerung bleiben werden.

Solche Abende machen die Besonderheit des Poolbar Festivals aus. Hier treffen Weltklasse-Künstler auf eine einzigartige Atmosphäre, die selten zu finden ist. ZAZ hat eindrucksvoll bewiesen, warum französisches Chanson auch heute noch Menschen aller Generationen berührt.

Ort: Feldkirch, Vorarlberg, AT 

Laufzeit: siehe Veranstaltungskalender 
LINK: Poolbar Festival 

// report: ceha 
    tags: Chanson, französische Musik, Poolbar 
    Festival, Vorarlberg, Open Air, ZAZ 
    image rights: Poolbar Festival


Walserherbst 2025: regionale Kunst in alpiner Landschaft

Am 15. August 2025 bot der Walserherbst eine außergewöhnliche Vernissagefahrt durch das Große Walsertal, die eindrucksvoll bewies, warum dieses Festival zu Recht den Titel "Das steilste Festival in den Bergen" trägt. Bei angenehm temperierten Sommerwetter führte die Route von Thüringerberg nach Blons und zurück nach St. Gerold und präsentierte moderne Kunst und Skulpturen an verschiedenen Standorten des Biosphärenpark Großes Walsertal.

Das von Dietmar Nigsch, Eugen Fulterer und Evelyn Fink-Menne kuratierte Programm überzeugte durch seinen starken Bezug zu regionalen Ressourcen. Lokale Künstlerinnen und Künstler präsentierten ihre Werke an sorgfältig ausgewählten Standorten wie Leerständen und Abbruchobjekten, die gekonnt in Szene gesetzt wurden. Besonders bemerkenswert war der traditionsreiche Gasthof Adler als ungewöhnliche Ausstellungslocation: bis auf die Mauern entkernt und mit surreal wirkenden Lampen aus den 1950er Jahren ausgestattet, bot er einen faszinierenden Kontrast zwischen alpiner Bausubstanz und zeitgenössischer Kunst. Hier präsentierten Künstlerinnen und Künstler aus dem hochgebirgigen Graubündner Prättigau ihre Werke und brachten eine spannende nachbarschaftliche Dimension ein, die das grenzüberschreitende kulturelle Netzwerk der Alpenregion verdeutlichte.

Den Abschluss der Vernissagefahrt bildete die romantisch gelegene Scheune Lehen, wo das Thema "GeSchichten" auf unterschiedlich gestalterische Weise interpretiert wurde. Hier beeindruckten besonders die komplex gearbeiteten Teppicharbeiten des Kollektivs Fadenatelier mit ihren eingewebten Schriften und Symbolen. 

Eine musikalische Überraschung gelang mit dem Duo "Campanula" das die die kulturelle Reise durch das Walsertal stimmungsvoll abrundete. 

Der Walserherbst 2025 zeigt sich damit als wahrhaft gelungenes Beispiel alpiner Kunst, das regionale Identität mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen verbindet. Die geschickte Verbindung von Landschaft, lokalen Ressourcen und überregionaler Vernetzung macht das Festival zu einem einzigartigen Kulturerlebnis in den Bergen.

Ort: Biosphärenpark Großes Walsertal, AT 

Laufzeit: bis 6. September 2025 
LINK: Walserherbst

// report: pedro 
    tags: Walserherbst, Biosphärenpark 
    Walsertal, alpine Kunst, regionale Kultur,
    Vernissage, Keramik, Skulptur
    image rights: die jungs kommunikation


Grenzerfahrungen am Zauberberg - Montafoner Theaterwanderung

Die neue Montafoner Theaterwanderung verwandelt Alpenpanorama in bewegende Zeitgeschichte

Nach über einem Jahrzehnt und fast 100 ausverkauften Vorstellungen startete das renommierte Ensemble teatro caprile mit „Grenzerfahrungen am Zauberberg" ein neues Kapitel der legendären Montafoner Theaterwanderung. Auf 1.500 Metern Seehöhe wird Geschichte lebendig – zwischen Maisäß, Moor und den Schatten der Vergangenheit.

Die neue Inszenierung führte über einen fünfstündigen Rundweg unterhalb der majestätischen Madrisa durch 14 Stationen und 16 Szenen, die Natur, Zeitgeschichte und Gegenwart auf vielschichtige Weise verknüpfen. Was als Wanderung beginnt, wird zur immersiven Zeitreise durch die dunklen Kapitel europäischer Geschichte.

In den Spielszenen  erlebten die Besucher historische Fragmente und gesellschaftliche Spannungsfelder: Ob ein belgischer Deserteur auf der Flucht, ein Hochstaplerpaar im Abendkleid am Sarotla-Pass oder jüdische Intellektuelle im Dialog mit nationalsozialistischen Grenzfantasien. Die Alpenwelt wird zur Bühne für Geschichten von Flucht, Verfolgung und menschlicher Widerstandskraft.

Einige Szenen greifen auf Thomas Manns „Der Zauberberg" zurück – ein Werk über Krankheit, Zeit und gesellschaftlichen Wandel. Andere holen reale Geschichten ans Licht, die sich vor Ort in Gargellen ereigneten – kritisch, berührend, ohne nostalgische Verklärung. Die Grenzregion wird zum symbolträchtigen Schauplatz für Erzählungen von Transformation, aber auch für Hoffnung und Aufbruch.

Das Ensemble um Regisseur Andreas Kosek arbeitet mit historischen Dokumenten, Zeitungsartikeln und literarischen Texten von Lucie Varga, Ernst Krenek und Franz Bernhard Freiherr von Hornstein. Ein Chor „gelahrter Gembsen" verknüpft mit Texten von Ernst Krenek Vergangenheit und Gegenwart zu einem einmaligen Erlebnis.

„Das Montafon ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält" – dieser Satz von Friedrich Hebbel wird in der Inszenierung neu gedacht. Die spektakuläre Bergkulisse dient nicht als romantische Kulisse, sondern als gedanklicher Wegweiser, der verborgene Geschichten unter der Oberfläche der alpinen Idylle sichtbar macht.

Ort: Gargellen, Montafon, Österreich

Laufzeit: Wiederaufnahme im Sommer 2026 
Link: Montafoner Theaterwanderung

// report: ceha
    tags: Theater, Wanderung, Zeitgeschichte, 
    Alpen, Ensemble, Performance, Grenzgebiet
    image right: artalpsreview
 

Säge Zug – Neuer Resonanzraum für Gegenwartskunst am Arlberg

Lech am Arlberg, Zug – Aus der ehemaligen Sägehalle am Ufer des Lech ist diesen Sommer ein lebendiger Ort zeitgenössischer Kunst geworden. Im Rahmen des ersten Artist-in-Residence-Programms der Kunstsäge Zug, initiiert von Joschi Walch, dem visionären Hotelier des Hotel Rote Wand, arbeiteten zehn Künstler:innen aus Vorarlberg und dem nahen Ausland vor Ort: Sie reagierten mit Skulpturen, Holzschnitten, Zeichnungen und Installationen direkt auf den wunderbaren Platz und das Materialangebot vor Ort.

Für die künstlerische Leitung und Kuratierung zeichnete der Architekt und Künstler Wolfgang Schwarzmann verantwortlich. Gemeinsam entstand ein inspirierendes Umfeld, in dem zwischen Juli und August Werkstoffe wie Tannenholz, roter Kalkstein oder Fundstücke aus der Umgebung zu vielseitigen Kunstwerken verarbeitet wurden – häufig im Dialog zwischen Handwerk, Landschaft und künstlerischer Handschrift.

Die Finissage am 4. September markierte den Höhepunkt des sommerlichen Projektes und gleichzeitig den Auftakt für die künftige Nutzung der Kunstsäge als offenes Atelier, temporäre Galerie und Experimentierfeld. Die Öffnung des historischen Bauwerks – nach rund 3.000 Stunden privater und kollektiver Sanierungsarbeit – steht dabei im Mittelpunkt.

Neben  Skulpturen von Roland Adlassnigg über Holzschnitte von May-Britt Nyberg bis zu einem monumentalen Tisch von Bildstein/Glatz im Außenbereich setzt die Säge Zug neue Impulse für einen Begegnungs- und Produktionsort am Schnittpunkt von Natur, Handwerk und Kunst.

Joschi Walch plant nun mit Unterstützung von internationalen KuratorInnen die Internationalisierung des Residency-Formats: Austausch und Inspiration über Landesgrenzen hinaus, Erweiterung in die Zuger Alpe und Kooperationen mit neuen Orten. Ein ambitioniertes Statement für alpine Kultur und transdisziplinäres Arbeiten am Arlberg.

Ort:Lech/Zug/Zuger Säge, Vorarlberg, AT
Laufzeit:Sommer 2025
LINK:Hotel Rote Wand / Zuger Säge

//report: pedro
   tags: Kunst, Artist-in-Residence, Lech, Zug, 
            Vorarlberg, Skulptur, Holz, 
            Gegenwartskunst, Kollaboration
    image rights: artalpsreview

Trio Ambäck im Klanghaus Toggenburg

Am 27. September 2025 präsentierte das Klanghaus Toggenburg einen musikalischen Abend, der regionale Tradition mit frischen Anklängen verband. Das Trio Ambäck, bestehend aus Markus Flückiger am Schwyzerörgeli, Andreas Gabriel an der Geige und Pirmin Huber am Kontrabass, trat vor begeistertem Publikum auf und gestaltete das Konzert mit einer lebendigen Mischung aus Appenzeller Melodien und eigens komponierten Stücken.

Viele Konzertbesucher:innen nutzten die Möglichkeit, den Abend mit einem regionalen Abendessen im Bergrestaurant Iltios zu beginnen. Aufgrund des regnerischen Wetters fiel diesmal der Gang um den Schwendisee aus.

Das Trio Ambäck bringt einen vielseitigen Zugang zur Volksmusik mit: Sie verarbeiten überlieferte Motive und lassen Einflüsse aus verschiedenen Genres einfließen, wodurch ein eigener, zeitgenössischer Klang entsteht, der Alt und Neu verbindet.

Die besondere Architektur und Akustik des Klanghauses Toggenburg ermöglichte den Teilnehmer:innen ein faszinierendes Hörerlebnis, bei dem jede Nuance der Musik klar und präsent im Raum wahrgenommen wurde. Es hörte sich an, als würde man direkt auf der Bühne sein. Diese einzigartige Klangqualität des Klanghauses zeigt Möglichkeiten, die speziell darauf ausgelegt sind, die Tiefe und Resonanz jedes Instruments eindrucksvoll hörbar zu machen. Das ermöglichen die zahlreichen Gestaltungselemente, wie etwa die in die Wände integrierten akustischen Ornamente (siehe Bild). 

Ort: Klanghaus Toggenburg, Alt St. Johann, CH
Laufzeit: 27. September 2025
LINK: Klangwelt Toggenburg

//report: ceha
tags: Musik, Konzert, Volksmusik, Toggenburg, Ambäck, Tradition, Innovation, Schweiz
image rights: artalpsreview

 

Q3/25 - one
Tradition trifft Architektur 

Der Alpenraum wandelt sich durch innovative Architektur, die traditionelle Bauweisen mit zukunftsweisenden Technologien verbindet. Art Alps Review berichtet an Hand von vier aktuellen Beispielen , wie sich wegweisende Projekte in die alpine Landschaft und den alpinen Lebensraum einfügen.

Während der 3D-gedruckte Turm von Mulegns /Graubünden die Grenzen digitaler Fertigung auslotet und dabei die barocke Zuckerbäcker-Tradition neu interpretiert, verbindet das Klanghaus in Wildhaus / Sankt Gallen Architektur mit experimenteller Klangkunst zu einem synergetischen Gesamtwerk. Der Museumszubau Bezau/Vorarlberg verkörpert die neue Generation des nachhaltigen Holzbaus, der regionale Materialien und Handwerkstraditionen mit zeitgemäßer Formsprache vereint, während die Schule in Chienes/(Provinz Bozen zeigt, wie ökologische Bauweisen pädagogische Konzepte unterstützen können.

Gemeinsam verkörpern diese Bauten das Motto "Zukunft weiterbauen" – sie respektieren lokale Traditionen und treiben gleichzeitig technologische Innovationen voran. Der Alpenraum erweist sich damit nicht nur als Ort zum Bewahren des kulturellen Erbes, sondern als dynamisches Experimentierfeld für eine Architektur, die Kunst, Nachhaltigkeit und sozialen Mehrwert miteinander verschränkt. Diese Projekte beweisen, dass die Berge zu Vorreitern einer Baukultur werden können, die ökologische Verantwortung mit ästhetischer Qualität und kultureller Relevanz verbindet – eine Vision für eine resiliente und zukunftsfähige Architektur, die weit über den Alpenraum hinausstrahlt. 

 


Der "Leuchturm" von Mulegns / Savognin

Der Weisse Turm von Mulegns erhebt sich über dem kleinsten Dorf Graubündens und verkörpert die Vision der Stiftung Origen unter der Leitung des Schweizer Theaterindentanten Giovanni Netzer. Die von ihm initiierte Kulturstiftung Origen hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, das gesamte Dorf Mulegns im Savognin vor dem Verfall zu bewahren.

Als höchstes 3D-gedrucktes Bauwerk der Welt setzt der mit der ETH Zürich entwickelte Turm neue Maßstäbe in der Bautechnologie und fügt eine ikonisches Gebäude  in die alpine Berglandschaft des Oberhalbsteins ein.

Herzstück dieses kulturellen Projekts ist das prachtvoll renovierte Post Hotel Löwen, dessen opulent gestaltete Zimmer mit individuell angefertigten Tapeten von Martin Leuthold einen Hauch von Weltkultur in die Bergwelt bringen  Das Hotel erstrahlt nach der aufwendigen Sanierung in neuem Glanz und bildet zusammen mit dem Weissen Turm ein einzigartiges Ensemble.

Ein weiteres bedeutendes Element ist die Weisse Villa, die 2020 spektakulär um mehrere Meter verschoben wurde, um Platz für die Erweiterung der gefährlichen Julierpassstraße zu schaffen.

Das historische Emigrantenhaus von Jean Jegher wanderte dabei auf Schienen an seinen neuen Standort, begleitet von rätoromanischen Liedern.

Die Zukunftspläne für Mulegns umfassen auch das geplante Weisse Haus, das zusammen mit dem bestehenden Ensemble ein innovatives Kulturdorf entstehen lassen soll. 

Giovanni Netzer, der vielfach ausgezeichnete Theatermacher und Gründer von Origen, verfolgt die Vision, Landschaft und Architektur, Moderne und Tradition miteinander zu verschmelzen und so diesem besonderen Ort in den Bergen neue kulturelle Impulse zu geben.

Ort: Mulegns, Graubünden, CH
Laufzeit:  bis 2030
Link: Origen

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 report: peja
 tags: Architektur, 3D-Druck, Savognin, Mulegns, Kultur 
 image rights: Nova Fundaziun Origen /  Benjamin Hofer


 


Tradition trifft Neubau - Museum Bezau

Das Museum Bezau ist ein Heimatmuseum im Bregenzerwald, das in einem denkmal-geschützten Bauernhaus aus dem Jahr 1555 untergebracht ist. Es vermittelt einen authentischen Einblick in die Wohn- und Lebensverhältnisse vergangener Jahrhunderte und dokumentiert die regionale Bau- und Alltagskultur. 

Der neue Museumszubau ist ein architektonisch feinfühliger Neubau, der vom Vorarlberger Büro Innauer Matt Architekten geplant wurde. Das neue Gebäude zeichnet sich durch seine horizontale Holzschalung und eine zurück-haltende Gestaltung aus, wodurch es sich harmonisch in das traditionelle Dorfbild einfügt. 

Der Zubau setzt auf leise Präsenz und versteht sich selbst als Teil der Ausstellung, indem er die handwerkliche und architektonische Kompetenz der Region widerspiegelt.

Für diese sehr gelungene Verbindung von Alt und Neu wurde das Museum Bezau für den Bauherr:innenpreis der Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs (ZV) nominiert, einen der bedeutendsten Architekturpreise des Landes. 

Die Nominierung würdigt insbesondere, wie das Projekt gesellschaftliche und kulturelle Bedürfnisse in einer dörflich geprägten Region aufgreift und durch die enge Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekten beispielhaft umgesetzt wurde.

Ort: Bezau, Vorarlberg, Österreich
Zeitraum: permanent
Link: Museum Bezau


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 report: chris
 tags: Museum, Architektur, Heimat, Bregenzerwald
 image rights: IMA / Dominic-Kummer
 


 

 

 


Neue Klänge in Toggenburg 


Das im Mai 2025 eröffnete Klanghaus Toggenburg ist ein architektonisches Meisterwerk inmitten der alpinen Landschaft am Schwendisee, oberhalb von Wildhaus und Unterwasser im Osten des Schweizer Kantons Sankt Gallen. 

Der ursprüngliche Entwurf stammt vom renommierten Architekten Marcel Meili (Meili, Peter & Partner Architekten), die bauliche Umsetzung erfolgte durch die Architektin Astrid Staufer vom Büro Staufer & Hasler. 

Das Gebäude fügt sich mit seiner linsenförmigen Holzkonstruktion harmonisch in die Natur ein und besticht durch seine außergewöhnliche Akustik und innovative Raumgestaltung, bei der Parabolwände und Resonanzkammern das Haus selbst zu einem begehbaren Instrument machen.

Das zentrale Ziel der Klangwelt Toggenburg ist es, ein internationales Zentrum für Klang, Natur und Architektur zu schaffen, das kreative Begegnungen, nachhaltige Erfahrungen und kulturelle Forschung ermöglicht. 

Die Stiftung fördert die Verbindung von regionaler Tradition, Naturtonmusik und innovativen Klangexperimenten. Sie legt Wert auf die Bewahrung des kulturellen Erbes, auf Forschung und Bildung sowie auf soziale Inklusion und Nachhaltigkeit. Das Klanghaus dient dabei als Herzstück, in dem Architektur, Klang und Natur zu einem einzigartigen Erlebnis verschmelzen.

Die Angebote der Klangwelt Toggenburg sind vielfältig und richten sich an Einzelpersonen, Familien, Gruppen, Laien und Profis. Besucher können an Klangkursen, Workshops, Seminaren und Konzerten teilnehmen, die exzellenten Akustikräume für Proben und Aufnahmen nutzen oder auf dem Klangweg und in der Klangschmiede Klanginstallationen und Handwerkskunst erleben.

Ort:  Alt St. Johann, Sankt Gallen, CH
Laufzeit: permanent
LINK: Klangwelt Toggenburg

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 report: ceha
 tags: Architektur, Toggenburg, Wildhaus, Klang, Musik, 
 image rights: Klanghaus im Sommer / Ralph Brühwiler

 


Kinderträume in Holz und Stein


Im Herzen des Pustertals ist ein Bauwerk entstanden, das Architektur und Kindheit auf besondere Weise verbindet. Die neue Kindertagesstätte in Kiens/Chienes von Roland Baldi Architects steht mitten im Ortskern und ersetzt den alten Kindergarten an gleicher Stelle.

Architektur im Dialog mit der Tradition

Die rotbraune Holzfassade wurde vom Dach des nahegelegenen Kirchturms inspiriert und zeigt, wie zeitgenössische Architektur respektvoll mit historischen Bezügen umgeht. Das eingegrabene Erdgeschoss besteht aus Stahlbeton mit Granitsockel, das Obergeschoss aus Brettsperrholzplatten.

Funktionalität trifft auf Kreativität

Das Gebäude bietet Raum für mehrere Kindergartengruppen und eine Kleinkindertagesstätte mit 20 Plätzen. Eine hölzerne Tribünentreppe führt zu Gruppenräumen und drei Kreativräumen für Malen, Bauen und Theater. Das integrierte Kinderrestaurant versorgt auch die Schüler der benachbarten Grundschule und wird zum sozialen Knotenpunkt im Dorfzentrum.

Das Gebäude erfüllt den Klimahaus/CasaClima A-Standard und nutzt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Der Innenausbau erfolgte in Birkenholz mit teilweise verglasten Trennwänden. Eine zickzackförmige Rampe schafft barrierefreien Zugang und verbindet das Gebäude mit der oberen Dorfhälfte.

Auszeichnung für gelungene Architektur

Roland Baldi Architects wurde bereits bei zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichnet, darunter der Südtiroler Architekturpreis, best architects award und Wood Architecture Prize. Die Kindertagesstätte erhielt im Klimahaus Award 2024 eine besondere Erwähnung.

Ort: Kiens/Chiene/Südtirol 
Zeitraum: permanent
Link: Archilovers


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 report: mark
 tags: Architektur, Heimat, Südtirol, Tradition
 image rights: Oscar da Riz
 


 

 

 

Q2/25 - two
Unbequeme Erzählungen: Milo Raus radikale Festwochen

Die Wiener Festwochen 2025 (Intendant Milo Rau) wagen sich mit bemerkenswerter Konsequenz an gesellschaftliche Tabubrüche heran und hinterfragen dabei , wie wir mit problematischen Kunstschaffenden und vergessenen Positionen umgehen. Das Festival positioniert sich als Ort der kritischen Reflexion, wo bekannte Stoffe wie "Elisabeth" nicht nur spektakulär inszeniert werden, sondern auch neue interpretatorische Schichten freilegen.

Besonders die "Wiener Kongresse" fungieren als experimentelles Format, das bewusst in Grauzonen vordringt. Die Auseinandersetzung mit Otto Mühl steht für diese Herangehensweise: Hier wird nicht verschwiegen oder verharmlost, sondern die komplexe Verschränkung von künstlerischem Anspruch und menschlicher Destruktivität in einem offenen Format beleuchtet. Ähnlich verhält es sich mit der Diskussion um Schauspieler wie Teichtmeister, dessen außergewöhnliche darstellerische Leistungen untrennbar mit seinen strafrechtlichen Verfehlungen verbunden bleiben.

Die zeitgleiche Ausstellung "Radikal" im unteren Belvedere ergänzt diese Thematik um eine geschlechtsspezifische Dimension und macht Künstlerinnen der 1920er und 30er Jahre sichtbar, die durch das Raster der Kunstgeschichtsschreibung gefallen sind. Diese Frauen schufen in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche Werke von kompromissloser Modernität, wurden aber systematisch marginalisiert oder vergessen.

Das Festival schafft damit einen Diskursraum, der unbequeme Fragen stellt: Kann man Kunst von Persönlichkeit trennen? Wie gehen wir mit der Ambivalenz kreativer Genialität um? Die Wiener Festwochen antworten nicht mit einfachen Lösungen, sondern mit der Bereitschaft zur Konfrontation – sowohl mit der Vergangenheit als auch mit unseren eigenen moralischen Widersprüchen.


Elisabeth! 

Mareike Fallwickls "Elisabeth!" in der Regie von Fritzi Wartenberg liefert eine elektrisierende Neuinterpretation des österreichischen Mythos ab. Fernab von sentimentaler Verklärung zerlegt die Produktion die Kaiserin-Legende schrittweise in immer tiefere Abgründe.

Wartenbergs Regie transformiert den historischen Stoff in ein verstörendes Psychodrama. Eine überdimensionale Bonbonnieren-Schachtel in zartem Rosé-Goldton – bereits geleert, verbraucht – wird zum perfekten Sinnbild für die ausgehöhlte Existenz der fastenden Kaiserin. Die verspiegelten Wände werden zu Drehkulissen einer narzisstischen Selbstdemontage.

Stefanie Reinsperger liefert als Elisabeth eine darstellerische Meisterleistung ab, die die Titelrolle als getriebene, fast manische Figur zeichnet – weit entfernt vom nostalgischen Sisi-Kitsch. Diese Elisabeth kompensiert ihre durch extreme Konventionen dominierte Welt durch obsessive Kontrolle über Körper und Umfeld, unbequem und erschreckend realistisch.

Musikalisch wird die Produktion von Lilian Kaufmann am Schlagwerk und Elena Ulrich an der E-Gitarre getragen, die in blassblauen Biedermeierkleidern eine wilde Zweifrauen-Big-Band bilden. Ihre Musik changiert zwischen zarten Tönen und rockiger Härte. 

Ort: Burgtheater, Wien
Laufzeit: nicht bekannt
Link: Burg

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 report: peja
 tags: Gesellschaftskritik, Geschichte, neue Frauenrolle
 image rights: Tommy Hetzel / Burgtheater


 

Wiener Kongresse - Kunst und Missbrauch - Die Causa Mühl

210 Jahre nach dem historischen Wiener Kongress wird die Diskussion gesellschaftspolitischer Themen bei Milo Raus "Wiener Kongressen" zum Bühnenereignis. Nach dem Erfolg der "Wiener Prozesse" im Vorjahr wagt sich das Format nun an die explosiven Themen Otto Mühl, Cancel Culture und die Verstrickungen zwischen Kunst, Macht und Missbrauch heran.

Angesiedelt zwischen Theater und Debatte, durchleuchten die Kongresse vielstimmig den Komplex von Kunstfreiheit versus gesellschaftlicher Verantwortung. Unter der Verhandlungsführung ausgewiesener Juristen befragen Experten-Jurys und Abgesandte des Rats der Republik prominente Zeitzeugen und Akteure der Zeitgeschichte. Das Theater ragt dabei so tief in die Wirklichkeit hinein wie selten zuvor.

Die zentrale Frage durchzieht die Veranstaltung: Otto Mühl – revolutionärer Künstler oder Psychopath? Was bleibt von einem Mann, dessen radikale Aktionskunst der 1960er Jahre untrennbar mit systematischem Missbrauch verbunden ist? Wenn Überlebende der Mühl-Kommune auf Kunstkritiker treffen, die noch immer von der "revolutionären Kraft" seiner Arbeit schwärmen, entsteht eine kaum aushaltbare Spannung.

Besonders verstörend wird es, wenn der Kongress die Mechanismen der Kunstwelt selbst zum Thema macht: Wie konnte ein Mann, dessen Verbrechen längst bekannt waren, so lange toleriert werden? Die Kongresse werden zum Spiegel einer Kulturlandschaft, die weggeschaut hat, solange die Kunst stimmte.

Am Ende stehen keine einfachen Antworten. Otto Mühl bleibt eine offene Wunde der österreichischen Kunstgeschichte.

Ort:  Odeon, Wien
Laufzeit: 13.-15. Juni 2025
LINK: Freie Republik Wiener Festwochen

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 report: peja
 tags: Kunstsammler, Österreich, Kommune, Otto Mühl,  Missbrauch, 1960er
 image rights: Ines Bacher 02/ festwochen

 

Radikal! Die vergessenen Revolutionärinnen der Moderne

Die Ausstellung "Radikal! Künstlerinnen* und Moderne 1910–1950" im Unteren Belvedere bricht mit der etablierten Kunst-geschichtsschreibung und macht über 60 Künstlerinnen aus mehr als 20 Ländern sichtbar. Diese spektakuläre Schau hinterfragt die lineare Erzählung der Moderne und rückt marginalisierte Perspektiven ins Zentrum. Statt stilgeschichtliche Einordnung steht die Individualität der künstlerischen Praktiken im Fokus.

Von Gertrud Arndt bis Tamara de Lempicka, von Hannah Höch (die Einzelausstellung am selben Ort ist noch gut in Erinnerung) bis Elizabeth Catlett – die präsentierten Werke zeugen von einem beeindruckenden Facettenreichtum. Das Spektrum reicht von abstrakt bis figurativ, von kritisch bis aktivistisch. Radikal sind diese Positionen nicht nur durch das Infragestellen gesellschaftlicher Konventionen, sondern vor allem durch die Konsequenz, mit der diese Frauen ihren Weg gingen. 

Die von Stephanie Auer kuratierte Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum Arnhem und dem Saarlandmuseum.

 Ein überfälliger Blick auf die vergessenen Revolutionärinnen einer Epoche, die längst neu geschrieben gehört.

Ort: Unteres Belvedere, Wien
Zeitraum: 18. Juni  - 12. Oktober 2025
Link: Belvedere


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 report: ceha
 tags: Frauen, Kunst, Neubewertung, 
 image rights: Ouriel Morgensztern /Belvedere
 


 

 

 

Malgorzata Mirga-Tas im Kunsthaus Bregenz

Das Kunsthaus Bregenz bietet aktuell einen faszinierender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Malgorzata Mirga-Tas, die polnische Künstlerin aus Czarna Góra /Polen, die bereits 2022 auf der Biennale in Venedig für internationale Aufmerksamkeit sorgte, verwandelt den Ausstellungsraum in ein lebendiges Archiv der Rom*nja-Kultur. Ihre großformatigen Textilarbeiten erzählen von einer Gemeinschaft, die trotz jahrhundertelanger Marginalisierung ihre Geschichten, Träume und Widerstandskraft bewahrt hat.

Mirga-Tas' Kunst ist weit mehr als eine Hommage an traditionelle Handwerkskunst – sie ist ein politischer Akt der Sichtbarmachung. In einer Zeit, in der Minderheiten um Anerkennung kämpfen, schafft die Künstlerin Räume der Würde und des Stolzes.

Besonders berührend sind die Arbeiten im ersten Obergeschoss, wo die Jangare – große Figuren aus Wachs,Kohle und Asche – wie stumme Zeugen einer verlorenen Zeit stehen. Ihre monochrome Präsenz kontrastiert mit den farbenprächtigen Stoffen und erinnert an die Vergänglichkeit des kulturellen Gedächtnisses. Der Titel "Tete Čerhenia Jekh Jag" – "Unter dem bestimmten Himmel brennt ein Feuer" – wird zur Metapher für eine Kultur, die in ihrer Beständigkeit und Wandlungsfähigkeit gleichermaßen fasziniert.

Diese Ausstellung ist eine Einladung, die Welt mit anderen Augen zu sehen und die Poesie im Alltäglichen zu entdecken. 

Ort: Kunsthaus Bregenz, Vorarlberg
Zeitraum: 7. Juni  - 28. September 2025
Link: KUB


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 report: ceha
 tags: Minoritäten, Roma, Stoffbilder, Roma
 image rights: Małgorzata Mirga-Tas, Kunsthaus Bregenz  Courtesy of the artist, Foksal Gallery Foundation,  Warschau, Frith Street Gallery, London, Karma  International, Zürich

Q2/25 - one
Kunst in Zeiten des Umbruchs - was ändert sich, was bleibt?

In Zeiten der aktuellen globalen Veränderungen wird sich der Kunstbetrieb zweifellos transformieren. Die Herausforderungen, die durch gesellschaftliche und politische Umbrüche entstehen, fördern neue Strömungen und Ausdrucksformen in der Kunst. Künstlerinnen und Künstler weltweit reagieren auf die autoritären Wenden, wie sie derzeit in den USA zu beobachten sind, indem sie kritischere und provozierende Werke schaffen, die Machtstrukturen hinterfragen. Die Kunst wird zu einem Forum für soziale und politische Themen, wobei die Grenzen zwischen Aktivismus und Kunst zunehmend verschwimmen. Diese Entwicklung könnte sowohl die Methode als auch das Medium der Kunst beeinflussen, wobei digitale Formate und partizipative Projekte an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie kritisch Kunst in einem solchen Klima sein darf, ohne in Zensur oder Repression zu geraten. Der Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft wird somit immer dringlicher, und es bleibt abzuwarten, welche neuen Narrative sich entfalten werden. ART ALPS Review berichtet dazu aktuelle Entwicklungen aus der DACH-Region - in Q2 mit Schwerpunkt Bodenseeraum -  aber auch darüber hinaus.

Wechsel - ein kritischer Blick auf Fast Fashion

Das Frauenmuseum Hittisau im Bregenzerwald präsentiert mit seiner aktuellen Ausstellung "Ein kritischer Blick auf Fast Fashion" eine didaktisch gut gemachte, Ausstellung, die dazu anregt, den eigenen Konsum von Modewaren zu überdenken. Die Ausstellung zum 25 jährigen Bestehen bietet den Besucher*innen nicht nur einen tieferen Einblick in die Problematik von Fast Fashion, sondern regt auch zum Reflektieren über die individuellen Kaufentscheidungen an. Ein Besuch für alle, die sich für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Themen interessieren!

Ort: Hittisau, Vorarlberg
Laufzeit: 24.11.-31.10-2025
Link: Frauenmuseum

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 report: ceha
 tags: Gesellschaftskritik, Fast Fashion, Mode, Hittisau,Vorarlberg
 image rights: unsplash


 

Die Hinterlassenschaft des Bruno Stefanini 

Bruno Stefanini war ein bemerkenswerter Schweizer Kunstsammler und Immobilienentwickler, dessen Leidenschaft für Kunst scheinbar keine Grenzen kannte. In der aktuellen Schweizer Filmproduktion "Die Hinterlassenschaft des Bruno Stefanini" wird seine manische Leidenschaft thematisiert, die ihn dazu brachte, über 100.000 Objekte zu sammeln. Dieser chronologisch angelegte Film öffnet einen faszinierenden Blick auf Stefaninis Leben, seine Exfrau, seine Kinder MitarbeiterInnen und Freunde, die alle zu Wort kommen und ihre Perspektiven zu seiner Sammelwut teilen.

Besonders bemerkenswert ist, dass seine Tochter die Sammlung mit einem engagierten Team von 80 Personen seit seinem Tod 2018 sensibel aufarbeitet. Trotz des schieren Ausmaßes der Sammlung und der Kreativität, die Bruno Stefanini in seine Projekte steckte, hinterlässt einen der Film ratlos: Wie kann eine solche Sammelwut verstanden werden? Der Film wirft zentrale Fragen auf und lädt die Zuschauer ein, über die Bedeutung und den Wert von Kunst im Leben eines Sammlers nachzudenken.

Film:  läuft aktuell  in Schweizer Kinos
LINK: SRF DOKU zum Bruno Stefanini Film

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 report: ceha
 tags: Film, Kunstsammler, Schweiz, Sammlung,
 image rights: unsplash

 

Kollektive Freude 

Das zentrale Thema der Ausstellung "Joie Collective – Apprendre à flamboyer!" im Pariser Palais du Tokio dreht sich um die Erkundung kollektiver Freude und die Fähigkeit, gemeinsam zu (er)strahlen oder sich auszudrücken. Es geht darum, wie Menschen durch Zusammenarbeit, Kreativität und soziale Dynamik eine positive Energie und Lebendigkeit entfalten können. Die kraftvolle Ausstellung zeigt sowohl die emotionale als auch die soziale Dimension von Gemeinschaft und deren Ausdrucksformen Eine Vielzahl besonderer Exponate und interaktiver Installationen, zeigt Beispiele wie jenes von Lorraine O'Grady: "Art Is...". Dies ist eine
 ikonische Performance, die ursprünglich 1983 während der African-American Parade in Harlem stattfand. O'Grady brachte avantgardistische Kunst in einen Raum mit Millionen von Zuschauern, um die Beziehung zwischen Kunst und der Black Community zu hinterfragen und gleichzeitig Freude und Gemeinschaft zu fördern.
Diese Ausstellung bietet wertvolle Ressourcen für eine Welt in der sich die machtverhältnisse zu verschieben drohen.

Ort: Palais de Tokio, Paris
Zeitraum: 21.2.bis 11.5.2025
Link: Joie Collective


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 report: ceha
 tags: Sankt Gallen, Konzeptkunst, Objektkunst
 image rights: artalpsreview
 


 

 

 

Sophie Hirsch Child's Play

Mit einem starken künsterischen Statement von Sophie Hirsch startet der Kunstraum Dornbirn in den Frühling. Die Ausstellung "Child's Play" bietet eine raumgreifende Installation aus drei Gerüstkomplexen, die mit plastischen Silikonarbeiten und Materialien wie Faszienrollen und Massagebällen kombiniert werden. 
Die monumentalen Objekte oszillieren zwischen faszinierend und verstörend – glänzendes cremefarbenes Silikon und satt roter Stoff erinnern an Gewebe und Fleisch, während Zug und Druck in den ausbalancierten Konstruktionen Bewegung und Beweglichkeit suggerieren. Hirsch thematisiert das Verhältnis von Körper und Geist und lädt zu einer radikalen Akzeptanz unserer inneren Ambivalenzen ein.

Sophie Hirsch, geboren 1986 in Wien, studierte "Skulptur und Multimedia" an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie an der School of the Art Institute of Chicago mit Schwerpunkt Fotografie und Skulptur. 

Ort: Kunstraum Dornbirn
Laufzeit: 14.3. – 9. 6.2025
Link: Kunstraum Dornbirn

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 report: chris
 tags: Skulptur, Körperkunst, Dornbirn, Radikal
 image rights: unsplash

Fausto Melotti Retrospective

Eine bemerkenswerte Ausstellung der GAM in Turin bietet „Fausto Melotti. Lasciatemi divertire!“ vom 16. April bis zum 7. September 2025. Der Titel „Lasst mich Spaß haben!“, spiegelt Melottis spielerischen und experimentellen Zugang zur Kunst wider. 
Die Ausstellung präsentiert über 150 Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen und gliedert sich in acht thematische und chronologische Abschnitte. Im Mittelpunkt steht eine Rekonstruktion von Melottis Ateliers in Mailand und Rom, die seine kreative Umgebung nachbildet. Die Ausstellung beleuchtet verschiedene Facetten von Melottis Schaffen, darunter abstrakte Kunst der 1930er Jahre und seine keramische Produktion. Sehenswert!  

Ort: Turin,Galleria Civica d’Arte Moderna e Contemporanea 
Laufzeit: 16.4. – 7.9.2025
Link: GAM

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 report: chris
 tags: Abstrakte Skulptur,Italienische Moderne, Poetische Formensprach, Keramische Kunst, Turin
 image rights: unsplash 

Sabine Aichhorn
Malerei als Kontinuum 

Die Galerie Z in Hard/Vorarlberg präsentiert mit „Malerei als Kontinuum - Geometrische Kompositionen" eine bemerkenswerte Position zeitgenössischer österreichischer Malerei. Die in Wien lebende Sabine Aichhorn zeigt Arbeiten, die durch konzeptuelle Stringenz bestechen.

An der Schnittstelle von Flächenkomposition und räumlichem Denken offenbaren Aichhorns Werke ihren architektonischen Blick. Bemerkenswert ist das Medium der Ölmalerei für ihre geometrischen Strukturen – eine Entscheidung, die ihren Arbeiten besondere Präsenz verleiht.

Der kuratorischer Ansatz betont den Dialog zwischen Werken und Raum. Die variierende Hängung und unterschiedlichen Bildformate verwandeln den Galerieraum in eine dynamische Komposition. Aichhorns reduzierte Farbpalette aus Blau-, Rot- und Brauntönen, akzentuiert durch Schwarz-Weiß-Kontraste ihren formalen Ansatz.
 

Ort: Hard, Vorarlberg Galerie Z 
Laufzeit: 17.4. - 17.5.2025 
LINK: Galerie Z - Kurator Thomas Mießgang

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 report: pedro
 tags: Geometrische Kompositionen, Zeitgenössische Malerei, Farbkontraste,Abstrakte Kunst 
 image rights: unsplash

Frühlingsgefühle im Forum Alte Musik, Feldkirch 

Am Sonntag, den 4. Mai 2025, fand in der Kapuzinerkirche Feldkirch ein beeindruckendes Konzert der Alten Meister statt. Im Rahmen der Internationalen Meisterkurse für Alte Musik präsentierten talentierte Musikerinnen Werke aus vergangenen Jahrhunderten  von Joseph Bodin de Boismortier, Georg Friedrich Händel, John Loeillet u.a. zum Thema "Frühlingsgefühle - Wortlos werben" und begeisterten das zahlreiche Publikum mit authentischer Interpretation und großem musikalischem Feingefühl. Die besondere Atmosphäre der Kirche trug zu einem wunderbaren Konzerterlebnis bei. Die Musikerinnen: Ayelet Karni, Blockflöte und Barockoboe; Barbara Nägele, Blockflöte; Heidrun Wirth-Metzler, Barockfagott; Eva-Maria Hamberger, Cembalo.
 

Ort: 04. Mai 2025 - 19 Uhr - Kapuzinerkirche Feldkirch 

LINK: Forum Alte Musik Vorarlberg

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 report: caro
 tags: alte Meister, Musik, Feldkirch, 
 image rights: artalpsreview

Ilona Keserü
 Flow

lona Keserü zählt zu den bedeutendsten ungarischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Nach ihrem Studium an der Budapester Kunstakademie entwickelte sie ab den 1960er Jahren einen charakteristischen organisch-abstrakten Stil mit kühnen Farben, der sich vom staatlich verordneten Sozialistischen Realismus abgrenzte.

Die aktuelle Ausstellung "Flow" im Muzeum Susch bietet einen einzigartigen Einblick in ihre künstlerische Entwicklung und zeigt, dass Keserü mit über 90 Jahren immer noch kreativ tätig ist.

Die Ausstellung präsentiert ihr Lebenswerk, das Elemente der ungarischen Volkskultur mit europäischer Moderne verbindet.

EMPFEHLUNG!
 

Ort: Susch, Engadin, Schweiz
Laufzeit; noch bis 11.5.2025

LINK: Muzeum Suschim Engadin

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 report: pedro
 tags: Anstrakte Kunst, Ungarn, 
 image rights: unsplash

Q1/25
Kunst: Schlüssel zur Veränderung

Kunst erlaubt es, die Perspektiven zu erweitern und verändert die Welt auf viele Weisen artalps-review ist vor Ort und berichtet authentisch über die dynamischen Strömungen der zeitgenössischen Kunstszene. Hier präsentieren wir Ihnen die aktuellsten Trends und Bewegungen, die die Kunstwelt prägen. Die Entwicklungen in der Kunst sind ständig im Fluss, und wir halten Sie mit aufschlussreichen Berichten über neue Künstler, ihre innovativen Werke und bedeutende Ausstellungen auf dem Laufenden. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie, wie Kunst gesellschaftliche Normen in Frage stellt und neue Dialoge eröffnet.

Tour d'Amour: Shiota erobert Grand Palais mit Leidenschaft!

Die großartige Shiota-Ausstellung im Grand Palais zieht einen enormen Andrang an und begeistert Kunstliebhaber aus aller Welt. Inmitten der beeindruckenden Installationen und poetischen Werke gelingt es der Künstlerin, tiefgreifende Emotionen und Geschichten zu vermitteln. Die Besucher sind fasziniert von den filigranen Fäden, die durch den Raum spannen und den Betrachter in eine andere Dimension der Kunst eintauchen lassen. Diese Ausstellung ist ein Muss für jeden, der die contemporary Kunst in ihrer bewegendsten Form erleben möchte. 

Ort: Grand Palais, 75577 Paris 
Laufzeit: 11.12.2024- 19.03.2025
Link: Grand Palais Paris
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 report: pedro
 tags: Paris, Gegenwartskunst, Skulptur,  Japan,2025,  Reisetipp
 image rights:artalpsreview

Giacometti Neu Entdeckt: Zeitlose Meisterwerke!

"Das neue Giacometti Museum in Paris bietet eine beeindruckende Reise in die Welt des berühmten Schweizer Bildhauers. In einem charmanten Art-déco-Gebäude präsentiert das Museum nicht nur seine ikonischen schlanken Figuren, sondern auch seltene Zeichnungen, Gemälde und Atelier-Rekonstruktionen. Die Ausstellungen beleuchten Giacomettis kreative Prozesse und seine tiefe Auseinandersetzung mit Raum und menschlicher Existenz. Das Museum schafft es, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden und lädt Besucher ein, Kunst aus neuen Blickwinkeln zu erleben – ein inspirierendes Erlebnis im Herzen von Paris!"

Aktuelle Ausstellung: GIACOMETTI/ MORANDI. STILL MOMENTS

Ort: Giacometti Foundation, 75006 Paris
Laufzeit:1.11.2024 bis 2.3.2025
Link:Giacometti Foundation

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 report: pedro
 tags: Paris, Gegenwartskunst, Skulptur,  Schweiz, Reisetipp 
 image rights: artalpsreview

Graubünden Weißer Turm von Mulegens eröffnet  

Nach rund einem Jahr Verzögerung wurde der weiße Turm in Mulegns eröffnet. Dieses beeindruckende Bauwerk, das als erster 3D-gedruckter Turm in Graubünden gilt, stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Kunst und Architektur dar. Der Schweizer Bundespräsident sowie weitere prominente Persönlichkeiten werden erwartet, um dieses innovative Projekt zu feiern und die Verbindung von technologischem Fortschritt und künstlerischem Schaffen zu würdigen.

Der weiße Turm zählt nicht nur zu einem architektonischen Highlight, sondern symbolisiert auch die kreative Kraft der Kunst im digitalen Zeitalter. Mit seiner Eröffnung wird Mulegns zu einem wichtigen Ort für Kunstinteressierte, die sich für moderne Techniken und deren Einfluss auf die künstlerische Ausdrucksweise begeistern. Dieses Ereignis ist ein Meilenstein für die Region und die Kunstszene im Allgemeinen. 

Ort: Mulegns, Graubünden

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 report: pedro
 tags: Baukunst, Schweiz, 3D, Performances
 image rights: artalpsreview

Anne Marie Jehle: Visionärin des Alltäglichen

Das Kunstmuseum St. Gallen widmet der Künstlerin Anne Marie Jehle eine umfassende Ausstellung, die ihr Schaffen in einem neuen Licht präsentiert. Jehles Werk bewegt sich zwischen Konzeptkunst, Objektkunst und Textarbeiten und reflektiert mit subtilem Witz und kritischer Schärfe gesellschaftliche Normen, Geschlechterrollen und persönliche Identität.

Die Ausstellung zeigt zentrale Werke aus verschiedenen Schaffensphasen und beleuchtet Jehles einzigartige Fähigkeit, das Alltägliche zu hinterfragen und ihm neue Bedeutung zu verleihen. Installationen, Zeichnungen und skulpturale Arbeiten laden das Publikum dazu ein, ihre poetische, aber zugleich radikale Auseinandersetzung mit der Welt zu entdecken.

Ein besonderer Fokus liegt auf ihren Arbeiten aus den 1970er Jahren, einer Zeit gesellschaftlichen Wandels, die sich in ihrer Kunst auf faszinierende Weise widerspiegelt. Die Ausstellung macht deutlich, wie Jehles visionärer Ansatz bis heute nachhallt und neue Perspektiven auf Kunst und Gesellschaft eröffnet.
Ort: Kunstmuseum St. Gallen

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 report: caro
 tags: Sankt Gallen, Konzeptkunst, Objektkunst
 timestamp: Februar 2025
 image rights: Anna Maria Jehle Stiftung

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