Tradition trifft Innovation 
Österreichs Expo-Pavillon 2025 als Publikumsmagnet 

Eine Menschenmenge auf einer Veranstaltung, umgeben von modernen Gebäuden und Bergen im Hintergrund.

ArtAlpsReview Redakteur Peter JAKUBITZ im Gespräch mit dem Projektleiter des Österreich Austria Expo Pavillions 2025 Hon Prof. - FH Mag. Alf Netek MA
 

Herr Netek, wie erfolgreich war der österreichische Pavillon auf der Expo?
 

Alf Netek: Sehr erfolgreich! Wir haben täglich 6.000 Besucher, insgesamt rechnen wir mit 1,25 Millionen Besuchern. Das ist für unser Team natürlich sehr fordernd, aber die positive Resonanz bestätigt unser Konzept.
 

Was war der Schlüssel zum Erfolg?
 

Alf Netek: Die Verbindung von Tradition und Innovation. Wir zeigen sowohl die klassische österreichische Musiktradition als auch innovative Technologien. Die Japaner reagieren extrem positiv auf dieses musikalische Konzept.


 

Die Musik spielt eine zentrale Rolle - was macht sie so besonders?
 

Alf Netek: Das Besondere ist: Die Besucher hören Musik, die nach Mozart oder Strauss klingt, aber es sind keine Klassiker! Eine internationale Studierendengruppe des Mozarteums hat die gesamte Musik vor wenigen Monaten speziell für unseren Pavillon komponiert - im Stil der Wiener Klassik. Der Hauptkomponist ist ein echter Superstar der Komposition, der wunderbare Musik entwickelt hat, die die Menschen wirklich berührt.
 

Wie wird diese neue "alte" Musik angenommen?


Alf Netek: Fantastisch! Wir haben die Musik sogar auf Spotify als Playlist, und die Leute laden sie hunderte, ja tausende Male herunter. Keiner merkt, dass es keine historischen Klassiker sind, sondern frisch komponierte Werke. Das zeigt, wie gut es unseren jungen Komponisten gelungen ist, den Geist der österreichischen Musiktradition einzufangen und neu zu interpretieren.
 

Welche technischen Innovationen präsentieren Sie?
 

Alf Netek: Ein Highlight ist der Osaka-Wandschirm aus dem 16. Jahrhundert vom Schloss Eggenberg - die einzige erhaltene Darstellung des Schlosses Osaka aus der goldenen Periode. Da wir das Original nicht mitbringen durften, haben wir mit einem österreichischen Startup eine AR-Version mit künstlicher Intelligenz entwickelt. Die Besucher können das historische Kunstwerk durch Augmented Reality zum Leben erwecken.
 

Welche weiteren Innovationen zeigen Sie hier im Österreich Pavillion?
 

Alf Netek: Wir präsentieren ein breites Spektrum österreichischer Innovationen - von Medizintechnik über nachhaltiges Bauen bis zu künstlicher Intelligenz. Besonders stolz sind wir auf die Musik: Studierende des Mozarteums haben eigens für den Pavillon neue Kompositionen im Stil der Wiener Klassik geschaffen. Die gibt's sogar auf Spotify mit hunderten Downloads!
 

Was macht die Holzschleife so besonders?
 

Alf Netek: Die 125 Meter lange Holzschleife ist eines der großen Wahrzeichen der Expo. Es ist eine doppelt verdrehte Helix aus Leimholz, gebaut mit einer uralten Technik aus dem mittelalterlichen Kathedralenbau - nur verschraubt und genagelt, nicht verleimt. Die TU Graz und TU Wien haben enormes Know-how eingebracht. Auf der Schleife sind übrigens die ersten Takte der "Ode an die Freude" als Noten angebracht - ein Zeichen dafür, dass wir uns als stolze Europäer verstehen.
 

Wie wichtig ist das Restaurant für die Besucher?

 

Alf Netek: Das Restaurant ist ein zentraler Anlaufpunkt! Wir servieren österreichische Spezialitäten wie Backhendlsalat, Apfelstrudel und natürlich Sachertorte. Allein vom Kaiserschmarrn gehen täglich 125 Kilo weg! Für die vielen österreichischen Besucher ist es ein Stück Heimat - viel mehr Landsleute als erwartet kommen hierher.
 

Wie war die Zusammenarbeit mit den japanischen Behörden?

Alf Netek: Die Errichtung unter japanischen Bedingungen war durchaus herausfordernd. Routine-Services funktionieren in Japan hervorragend, aber bei unüblichen Anfragen wird's schwierig. Wir mussten sogar Schneelastberechnungen für die Schleife vorlegen - in Osaka! Am Ende haben wir aber immer Lösungen gefunden, man muss nur konsequent und langfristig dranbleiben.
 

Was passiert mit dem Pavillon nach der Expo?
 

Alf Netek: Der Pavillon wird leider bis März nächsten Jahres komplett abgebaut und demoliert - das Grundstück muss im Originalzustand zurückgegeben werden. Es ist schon schade, dass wir für nur sechs Monate so ein Traumgebäude mit vielen interessanten Elementen aufbauen und dann alles wieder platt machen. Man könnte sich ja vorstellen, daraus ein Startup-Zentrum oder etwas für eine Universität zu machen.
 

Gibt es wenigstens für die Holzschleife eine Zukunft?
 

Alf Netek: Ja, das ist die gute Nachricht! Die Schleife soll nach Matsumoto umziehen - das ist das Zentrum der japanischen Musikinstrumentenproduktion und des Holz-Musikinstrumentenbaus. Die Stadt möchte sie als Zeichen der Freundschaft und der Beziehung zu Österreich wieder errichten. Das passt thematisch wunderbar! Wir müssen noch Details klären - Einfuhrzölle, Transportkosten und so weiter - aber wir sind guter Dinge, dass die Schleife ein zweites Leben bekommt.
 

Was nehmen Sie persönlich von EXPO als Erinnerung mit?
 

Als Netek: Es war ein Wahnsinnsprojekt! Die Schleife war fünfmal tot und wurde fünfmal wiederbelebt. Aber wir haben etwas Besonderes geschaffen - eine Bühne für österreichische Unternehmen, Universitäten, Bundesländer und Kulturschaffende. Und die Vorbereitung für die nächste Expo 2027 beginnt ja bald schon wieder!

 

ArtAlpsReview: Danke für das Gespräch.

Historische Szene mit Menschen am Fluss, umgeben von Bäumen und Gebäuden.
Ein modernes Gebäude mit einer geschwungenen Struktur und einem Schild für Österreich.
Treppenhaus mit beleuchteten Wänden und sportlichem Design, das an Leichtathletik erinnert.
Schild mit Wartezeit von mehr als 3 Stunden für das Österreich-Pavillon.
Große Menschenmenge vor einem festlich beleuchteten Gebäude bei Nacht.
Blick auf eine farbenfrohe Struktur und Landschaft unter grauem Himmel.
Menschen stehen vor einer Präsentation mit farbigen Grafiken und einem Kronleuchter im Hintergrund.

C ArtAlpsReview   

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